Der Hochzeitsfilm — Sven Goldschmidt über das, was Fotos nicht können
Fotos halten Bilder fest. Ein Film hält Atmosphäre fest.
Das klingt nach einer kleinen Unterscheidung. Es ist keine.
Ich arbeite als Hochzeitsplanerin viel mit Fotografen und Videografen zusammen, und ich merke immer wieder: Paare die keinen Film gebucht haben, bereuen das hinterher öfter als die, die einen haben. Nicht weil der Film teuer war oder aufwendig. Sondern weil die Stimme der Mutter, das Lachen beim ersten Tanz, die Stille kurz vor dem Ja, das alles weg ist.
Ich habe Sven Goldschmidt aus Baden-Württemberg gefragt, was einen Hochzeitsfilm wirklich ausmacht.
Sven, was leistet ein Hochzeitsfilm, was ein Foto nicht kann?
Sven: Ein Foto hält einen Moment fest. Ein Film erzählt, was davor und danach war. Die Stimme des Vaters bei der Rede. Die Reaktion des Bräutigams beim First Look. Die Musik die ihr gewählt habt, weil sie etwas bedeutet. Das alles gibt es auf einem Foto nicht.
Was einen Hochzeitsfilm von einem einfachen Video unterscheidet: Es geht nicht darum, alles zu zeigen. Es geht darum, das Richtige zu zeigen, in der richtigen Reihenfolge, mit dem richtigen Ton dazu. Storytelling, keine Dokumentation.
Welche Momente sind für dich die wichtigsten?
Sven: Der First Look, wenn er stattfindet. Der Moment bevor das Paar sich sieht, und dann der Moment danach. Da passiert alles gleichzeitig: Aufregung, Erleichterung, Freude. Das ist in drei Sekunden mehr Emotion als in manchen ganzen Filmen.
Die Trauung selbst, aber nicht das Offensichtliche. Nicht das Ja, sondern die zwei Sekunden davor. Die Stille. Und die Familienwmomente, die niemand plant. Ein Blick zwischen Eltern. Ein Kind das einschläft. Eine Oma die tanzt.
Das sind die Aufnahmen, die ihr in zehn Jahren noch anschaut.
Was machst du bei Paaren, die sich vor der Kamera unwohl fühlen?
Sven: Das kenne ich gut, und es löst sich meistens nach zwanzig Minuten auf. Ich erkläre nicht viel, ich zeige nicht viel. Ich bin einfach da, unauffällig, und warte.
Wenn jemand merkt, dass ich nicht auf das Gestellte warte sondern auf das Echte, dann entspannt er sich. Kein Steifes, kein Posieren. Ich mache keine Aufnahmen, bei denen jemand in die Kamera schaut und weiß, dass er gefilmt wird. Das sieht man immer.
Was hat sich in den letzten Jahren verändert?
Sven: Der Trend geht klar weg vom Editorial. Vor ein paar Jahren wollten alle diesen cineastischen Hochglanz-Hochzeitsfilm, mit Drohne, mit Slowmotion auf alles, mit Soundtrack der einen zerreißen soll.
Das ist immer noch schön. Aber was ich gerade mehr buche, und was ich selbst lieber mache: dokumentarisch. Nah dran. Echte Töne, echte Stimmen, echte Reaktionen. Weniger inszeniert, mehr erlebt.
Das passt zu dem was gerade generell passiert: Paare wollen sich wiedererkennen, nicht eine Version von sich, die für Instagram optimiert wurde.
Für wen lohnt sich ein Hochzeitsfilm?
Für alle, aber das sage ich als jemand der sie plant, nicht als jemand der sie verkauft.
Was ich wirklich glaube: Wer hinterher den Film anschaut, ist fast immer froh. Wer keinen hat, fragt sich manchmal, wie es geklungen hat. Nicht wie es ausgesehen hat, sondern wie es geklungen hat.
Das ist der Unterschied.
Sven Goldschmidt filmt Hochzeiten in Baden-Württemberg und deutschlandweit. Wenn ihr überlegt ob ein Film für euch passt, schaut bei ihm rein.
Und wenn ihr gerade dabei seid eure Hochzeit zu planen und noch nicht wisst wen ihr für was buchen sollt, schreibt mir.